Die Sehnenscheidenentzündung – medizinisch Tendovaginitis, Tendosynovitis oder Peritendinitis – ist eine häufige, akut oder chronisch verlaufende Entzündung der Sehnenscheiden. Besonders oft betroffen sind Unterarm, Handgelenk und Fuß. Die typischen Beschwerden: brennende bis ziehende Schmerzen entlang der Sehne, die sich bei Bewegung verschlimmern, sowie Druckempfindlichkeit und Schwellungen. Auslöser ist fast immer eine Überlastung durch einseitige oder monotone Bewegungsabläufe – selten sind Bakterien oder Verletzungen die Ursache.

Ein frühzeitiger Behandlungsbeginn ist entscheidend, um eine Chronifizierung zu verhindern. Neben Schonung und Ruhigstellung kann gezielte Physiotherapie die Heilung deutlich beschleunigen – und helfen, die auslösenden Ursachen dauerhaft zu beseitigen.

Inhaltsverzeichnis

Sehnenscheidenentzündung: Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Häufigste Ursache: monotone, einseitige Bewegungen bei Arbeit oder Sport
  • Typische Stellen: Handgelenk, Unterarm, Daumen, Fuß
  • Leitsymptom: Schmerzen entlang der Sehne bei Bewegung und Druck
  • Kühlen oder Wärmen? Im akuten Stadium kühlen – bei chronischen Beschwerden wärmen
  • Heilt bei konsequenter Schonung meist innerhalb von 2–6 Wochen
  • Physiotherapie beschleunigt die Heilung und verhindert Rückfälle
  • Behandlung in unserer Praxis in Berlin – ohne Rezept, ohne lange Wartezeit

Was genau ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen und ermöglichen so jede Bewegung des Körpers. An besonders stark beanspruchten Stellen – etwa im Handgelenk, Unterarm oder Fuß – sind sie von den sogenannten Sehnenscheiden umhüllt. Diese doppelwandigen Bindegewebsschläuche sind im Inneren mit Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere) gefüllt, die dafür sorgt, dass sich die Sehne reibungslos in ihrer Hülle hin und her bewegen kann.

Wird eine Sehne durch monotone oder ungewohnte Bewegungen dauerhaft überlastet, raut sich die Innenwand der Sehnenscheide auf. Die Folge ist eine Entzündungsreaktion: Die Sehnenscheide schwillt an, die Produktion von Synovialflüssigkeit wird gestört – und jede Bewegung wird schmerzhaft. Bleibt die Entzündung unbehandelt, kann sich die Sehnenscheide dauerhaft verdicken, verhärten und vernarben.

Was viele nicht wissen: Sehnen sind im Vergleich zur Muskulatur deutlich schlechter durchblutet. Das bedeutet, dass sie langsamer auf Belastung reagieren – aber auch langsamer heilen. Während sich ein Muskelkater nach wenigen Tagen von selbst legt, braucht eine gereizte Sehnenscheide bei falscher oder fehlender Behandlung oft Wochen bis Monate, um vollständig abzuklingen. Genau deshalb ist frühzeitiges Handeln so wichtig: Wer die ersten Warnsignale ignoriert und weiter belastet, riskiert einen chronischen Verlauf, der sich deutlich schwerer behandeln lässt.

Medizinisch wird die Sehnenscheidenentzündung unter verschiedenen Begriffen geführt – je nach betroffenem Bereich und genauer Ursache spricht man von Tendovaginitis, Tendosynovitis oder Peritendinitis. Allen Formen gemeinsam ist der Entzündungsprozess innerhalb oder um die Sehnenscheide herum. In seltenen Fällen kann eine Sehnenscheidenentzündung auch durch bakterielle Infektionen – etwa nach einer Verletzung oder Operation – oder durch rheumatische Grunderkrankungen wie rheumatoide Arthritis ausgelöst werden. In diesen Fällen ist eine ärztliche Abklärung zwingend notwendig.

Anatomische Illustration einer Hand mit beschrifteten Strukturen: Sehnen, Sehnenscheiden, Karpaltunnel, Karpalband und Mittelnerv

Anatomie der Hand: Sehnen, Sehnenscheiden, Karpaltunnel und Mittelnerv – Grundlage zum Verständnis der Sehnenscheidenentzündung.

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Symptome einer Sehnenscheidenentzündung

Das Leitsymptom ist ein Druckschmerz, der genau im Verlauf der betroffenen Sehne auftritt – oft begleitet von Schmerzen im umliegenden Muskelgewebe. Die Beschwerden entstehen sowohl bei aktiver Bewegung als auch beim passiven Dehnen der Sehne. Typisch ist zum Beispiel ein brennender bis stechender Schmerz im Unterarm oder Handgelenk, der beim Überstrecken der Hand ausgelöst wird.

Im frühen Stadium treten die Schmerzen nur bei Belastung auf. Mit fortschreitender Entzündung kommen weitere Symptome hinzu:

  • Schwellung und Rötung entlang der betroffenen Sehne
  • Überwärmung der Haut über dem entzündeten Bereich
  • Schmerzen auch in Ruhe und nachts (bei chronischem Verlauf)
  • Hörbares oder spürbares Knirschen bei Bewegung (Krepitation)
  • Eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Gelenks
  • Druckempfindlichkeit schon bei leichter Berührung

Wichtig: Bestehen die Schmerzen auch nachts oder in vollständiger Ruhe, ist die Entzündung bereits weiter fortgeschritten. In diesem Fall sollte umgehend mit der Behandlung begonnen werden, um eine Chronifizierung zu verhindern.

Wie entsteht eine Sehnenscheidenentzündung? Ursachen & Risikofaktoren

Hauptauslöser ist in fast allen Fällen eine mechanische Überlastung durch wiederkehrende Bewegungsabläufe. Die Sehnenscheide kann bei einseitiger Dauerbelastung die entstehende Reibung nicht mehr ausreichend abpuffern – die Entzündung ist die direkte Folge. Auch ungewohnte körperliche Aktivitäten, die plötzlich und intensiv ausgeübt werden, können eine akute Entzündung auslösen.

Die häufigsten Ursachen im Überblick:

  • Monotone Büroarbeit – besonders das klassische „Mausarm“-Syndrom durch stundenlange Mausbewegungen
  • Handwerkliche Tätigkeiten mit wiederholten Greif-, Dreh- oder Hammerbewegungen
  • Sportarten mit hoher Sehnenbelastung: Klettern, Tennis, Gewichtheben, Turnen, Rudern
  • Musikinstrumente spielen – besonders Gitarre, Geige und Klavier
  • Ungewohnte körperliche Belastungen (Gartenarbeit nach dem Winter, Umzug)
  • Ergonomisch ungünstige Arbeitshaltungen und Fehlstellungen
  • Selten: bakterielle Infektionen oder rheumatische Grunderkrankungen

Grundsätzlich gilt: Je einseitiger und monotoner eine Bewegung, desto höher das Risiko. Wer bestimmte Bewegungsabläufe täglich über Stunden wiederholt, ohne Pausen und ohne Ausgleich, setzt seine Sehnen einem erheblichen Risiko aus.

Wo können Sehnenscheidenentzündungen auftreten?

Grundsätzlich kann jede Sehne des Körpers betroffen sein. Am häufigsten treten Sehnenscheidenentzündungen jedoch dort auf, wo Sehnen täglich der größten Belastung ausgesetzt sind.

Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk

Frau hält schmerzend ihr Handgelenk – Symptom einer Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk

Typisches Symptom: Schmerzen und Entzündung im Handgelenk – häufig ausgelöst durch monotone Büroarbeit oder Mausbewegungen.

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Die häufigste Lokalisation überhaupt. PC-Arbeit, anhaltendes Tippen und die monotone Bewegung der Computermaus führen zur chronischen Überlastung der Sehnenscheiden im Handgelenk. Betroffen sind vor allem Büroangestellte, Pianisten und alle, die im Beruf intensive Handbewegungen ausführen. Eine besondere Unterform ist die sogenannte Tendovaginitis stenosans – der „Schnappfinger“ – bei der sich Knötchen in den Beugesehnen der Finger bilden und die Bewegung blockieren.

Besonders heimtückisch an der Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk ist ihr schleichender Beginn. Die Beschwerden werden anfangs häufig als normale Müdigkeit oder leichter Muskelkater abgetan – erst wenn die Schmerzen zunehmen und auch nach Pausen nicht mehr verschwinden, wird die Entzündung ernst genommen. Genau diese Verzögerung ist ein häufiger Grund dafür, dass aus einer akuten eine chronische Sehnenscheidenentzündung wird. Wer früh auf die Warnsignale hört und gegensteuert, kann sich eine langwierige Behandlung ersparen.

Ergonomie am Arbeitsplatz spielt eine entscheidende Rolle bei Entstehung und Vorbeugung. Eine ungünstige Handgelenkposition bei der Mausnutzung, eine zu flache Tastatur oder ein fehlender Handballenauflagebereich erhöhen die Belastung der Sehnenscheiden erheblich. Wer täglich viele Stunden am Computer arbeitet, sollte auf eine neutrale Handgelenkposition achten – das Handgelenk sollte weder nach oben noch nach unten abgeknickt sein. Regelmäßige kurze Dehnpausen alle 45–60 Minuten können das Risiko einer Sehnenscheidenentzündung deutlich senken.

Sehnenscheidenentzündung im Arm

Frau hält schmerzenden Unterarm – Symptom einer Sehnenscheidenentzündung im Arm

Typisches Symptom: Schmerzen und Entzündung im Unterarm – häufig bei Musikern, Kraftsportlern und Menschen mit körperlich anspruchsvollen Berufen.

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Arme und Unterarme sind nach dem Handgelenk am häufigsten betroffen. Besonders gefährdet sind Musiker (Gitarristen, Geiger), Kraftsportler, Turner sowie Menschen in handwerklichen Berufen. Die Schmerzen beginnen oft muskelkaterähnlich im Handgelenkbereich und können über den Unterarm bis zum Ellenbogen ausstrahlen. Wird die Entzündung nicht rechtzeitig behandelt, intensivieren sich die Beschwerden deutlich.

Im Gegensatz zur Handgelenk-Lokalisation betrifft die Sehnenscheidenentzündung im Arm häufig mehrere Sehnen gleichzeitig – was die Diagnose erschweren kann, da die Schmerzen diffus entlang des gesamten Unterarms wahrgenommen werden. Typisch ist ein Schmerz, der bei bestimmten Bewegungen wie dem Drehen des Unterarms (Pronation und Supination), dem Greifen oder dem Heben von Gegenständen deutlich zunimmt. Kraftsportler berichten oft von einem plötzlichen Leistungseinbruch – Übungen, die zuvor problemlos möglich waren, werden schmerzhaft und müssen abgebrochen werden.

Wer einen handwerklichen Beruf ausübt oder regelmäßig Sport treibt, sollte auf ausreichende Regenerationszeiten achten. Die Sehnen brauchen – anders als die Muskulatur – deutlich länger zur Erholung, da sie schlechter durchblutet sind. Ein gezieltes Aufwärmen vor der Belastung, das Erlernen der richtigen Technik und das schrittweise Steigern der Trainingsintensität sind die wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung einer Sehnenscheidenentzündung im Arm.

Sehnenscheidenentzündung im Fuß

Sportlerin hält schmerzenden Fuß und Sprunggelenk – Symptom einer Sehnenscheidenentzündung im Fuß

Schmerzen und Entzündung am Sprunggelenk – typisch bei Sehnenscheidenentzündungen durch intensive sportliche Belastung beim Laufen, Springen oder Ballsport.

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Seltener als an den Armen, aber nicht ungewöhnlich – vor allem bei sportlich aktiven Menschen. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Sportarten wie Volleyball, Basketball, Fußball, Hockey und Ballett, wo die Fußgelenke intensiv belastet werden. Die Entzündung betrifft häufig die Sehnenscheiden am Sprunggelenk oder Fußrücken und äußert sich durch Schmerzen bei Abrollbewegungen.

Eine Sehnenscheidenentzündung im Fuß wird häufig mit anderen Beschwerden wie einem Fersensporn, einer Achillessehnenentzündung oder einer Überlastungsreaktion verwechselt – was die Diagnose erschwert. Charakteristisch ist ein Schmerz, der beim ersten Auftreten am Morgen besonders stark ist und sich nach einigen Schritten leicht bessert, bei längerer Belastung aber wieder zunimmt. Dieses Muster ist ein wichtiger Hinweis auf eine Beteiligung der Sehnenscheiden und sollte ernst genommen werden.

Besonders Läufer und Ausdauersportler sind gefährdet, wenn sie ihr Trainingspensum zu schnell steigern, auf unebenem Untergrund trainieren oder ungeeignetes Schuhwerk tragen. Schuhe mit zu wenig Stabilität im Fersenbereich oder einer unzureichenden Dämpfung erhöhen die Belastung der Sehnenscheiden im Fuß erheblich. Eine professionelle Laufanalyse kann helfen, Fehlbelastungen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu korrigieren – bevor daraus eine Sehnenscheidenentzündung entsteht.

Wie wird eine Sehnenscheidenentzündung diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt in der Regel klinisch – durch eine gezielte körperliche Untersuchung. Dabei werden Druckschmerz, Bewegungsschmerz und spezifische Provokationstests eingesetzt, um die betroffene Sehne genau zu lokalisieren und von anderen Verletzungen abzugrenzen. Ein bekanntes Beispiel ist der Finkelstein-Test, der bei Verdacht auf eine Sehnenscheidenentzündung am Daumen (De-Quervain-Syndrom) eingesetzt wird.

Ergänzend kann eine Ultraschalluntersuchung wertvolle Informationen liefern: Sie zeigt direkt, ob die Sehnenscheide verdickt ist, ob sich Flüssigkeit angesammelt hat und wie ausgeprägt die Entzündung ist. Eine MRT-Untersuchung ist in der Regel nur bei unklaren Befunden oder Verdacht auf Begleitverletzungen notwendig.

Als Heilpraktiker für Physiotherapie kann ich Sie in meiner Praxis in Berlin-Grunewald auch ohne ärztliche Verordnung gezielt untersuchen und mit der Behandlung beginnen. Dennoch empfehle ich bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden, vorab einen Arzt aufzusuchen, um andere Ursachen sicher auszuschließen.

Sehnenscheidenentzündung: Kühlen oder Wärmen?

Eine der häufigsten Fragen lautet: Soll ich bei einer Sehnenscheidenentzündung kühlen oder wärmen? Die Antwort hängt entscheidend vom Stadium der Entzündung ab.

Kühlen – im akuten Stadium: In den ersten 48 bis 72 Stunden nach Auftreten der Beschwerden ist Kühlen die richtige Maßnahme. Kälte verengt die Blutgefäße, reduziert die Schwellung und hemmt die Entzündungsreaktion. Zugleich hat sie einen schmerzlindernden Effekt. Geeignet sind Kühlpacks oder ein in ein Tuch gewickeltes Eis – niemals direkt auf die Haut auftragen, um Kälteschäden zu vermeiden. Anwendungsdauer: 10–15 Minuten, mehrmals täglich.

Wärmen – bei chronischen Beschwerden: Dauern die Beschwerden bereits länger an oder handelt es sich um einen chronischen Verlauf ohne akute Schwellung, ist Wärme sinnvoller. Sie fördert die Durchblutung, löst Verspannungen in der umliegenden Muskulatur und verbessert die Versorgung des Gewebes. Geeignet sind Wärmepflaster, Körnerkissen oder ein warmes Bad. Wichtig: Wärme bei akuter Entzündung mit Schwellung und Rötung verstärkt die Beschwerden – in diesem Fall unbedingt kühlen.

Faustregel: Schwellung und Rötung vorhanden → kühlen. Keine akute Entzündungszeichen, aber Steifheit und Schmerz → wärmen.

Wie lange dauert eine Sehnenscheidenentzündung? Verlauf & Heilung

Wie lange eine Sehnenscheidenentzündung dauert, hängt stark davon ab, wie frühzeitig mit der Behandlung begonnen wird und wie konsequent die auslösende Belastung reduziert wird.

Akute Sehnenscheidenentzündung: Bei frühzeitiger Behandlung und konsequenter Schonung heilt eine akute Entzündung meist innerhalb von 2 bis 6 Wochen vollständig ab. Entscheidend ist, die auslösende Tätigkeit sofort zu reduzieren oder zu unterbrechen. Wer trotz Schmerzen weiter macht, riskiert einen chronischen Verlauf.

Chronische Sehnenscheidenentzündung: Wird die akute Entzündung nicht ausreichend behandelt oder immer wieder durch dieselben Bewegungen gereizt, kann sie chronisch werden. Chronische Verläufe sind deutlich schwerer zu therapieren, da sich das Gewebe der Sehnenscheide verändert – es kann zu Verdickungen, Vernarbungen und dauerhafter Einschränkung der Beweglichkeit kommen. Hier ist eine intensive physiotherapeutische Behandlung über mehrere Wochen notwendig.

Wann zum Arzt oder Physiotherapeuten?

  • Wenn die Schmerzen trotz Schonung nach mehr als 1–2 Wochen nicht nachlassen
  • Wenn die Beschwerden nachts oder in Ruhe auftreten
  • Wenn Schwellung, Rötung und Überwärmung zunehmen
  • Wenn sich die Symptome häufig wiederholen

Sehnenscheidenentzündung behandeln: Was hilft wirklich?

Die optimale Behandlung richtet sich nach dem Stadium und der Schwere der Entzündung. Grundsätzlich gilt: Im akuten Stadium steht die Entlastung an erster Stelle. Die auslösende Bewegung muss reduziert oder vollständig pausiert werden – sonst heilt die Entzündung nicht ab, egal welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden.

Konservative Maßnahmen im Überblick:

  • Schonung und Ruhigstellung des betroffenen Gelenks
  • Kühlen bei akuter Entzündung (erste 48–72 Stunden)
  • Schiene oder Bandage zur Entlastung im Alltag
  • Entzündungshemmende Medikamente (z.B. Ibuprofen, Diclofenac) kurzfristig nach ärztlicher Rücksprache
  • Kortison-Injektion bei schwerer oder therapieresistenter Entzündung (durch Arzt)
  • Physiotherapie zur Behandlung der Ursachen und Beschleunigung der Heilung
  • Operative Behandlung: nur in seltenen Fällen notwendig, wenn konservative Maßnahmen dauerhaft versagen

Physiotherapie bei Sehnenscheidenentzündung: Übungen, die wirklich helfen

Physiotherapie ist eine der effektivsten Behandlungsmaßnahmen – sowohl zur gezielten Therapie als auch zur Vorbeugung von Rückfällen. Ziel ist es, die Sehne zu entlasten, das umliegende Gewebe zu behandeln, die Muskulatur zu kräftigen und die Beweglichkeit des Gelenks schrittweise wiederherzustellen.

In meiner Privatpraxis in Berlin setze ich dabei auf ein individuelles Zusammenspiel aus:

  • Manuelle Therapie – zur Mobilisation des Gelenks und Lösung von Verklebungen im Bindegewebe
  • Myofascial Release – zur gezielten Behandlung des umliegenden Fasziengewebes
  • Triggerpunkttherapie – zur Behandlung schmerzhafter Muskelverhärtungen
  • Kinesio-Taping – zur Entlastung der Sehne bei alltäglichen Bewegungen
  • Exzentrisches Kräftigen – zur langfristigen Stabilisierung der betroffenen Sehnenstruktur
  • Ergonomieberatung – um die auslösenden Faktoren am Arbeitsplatz dauerhaft zu beseitigen

Die folgenden drei Übungen können ergänzend zu Hause durchgeführt werden. Sie erfordern keine Vorkenntnisse oder Hilfsmittel und lassen sich jederzeit in den Alltag integrieren.

Übung 1 – Unterarm-Dehnung in Extension

Unterarm-Dehnung in Extension: Strecke den betroffenen Arm gerade vor dich aus, Handfläche zeigt nach unten. Ziehe mit der anderen Hand die Finger sanft nach oben – bis eine deutliche Dehnung auf der Unterarminnenseite spürbar ist. Halte die Dehnung 30 Sekunden, dann loslassen. Wiederhole die Übung 3 Mal pro Seite. Diese Dehnung entlastet die Beugesehnen des Handgelenks und Unterarms – besonders wirksam bei Sehnenscheidenentzündung durch Büroarbeit oder Mausbewegungen.

Übung 2 – Unterarm-Dehnung in Flexion

Unterarm-Dehnung in Flexion: Strecke den betroffenen Arm gerade vor dich aus, Handfläche zeigt nach unten. Ziehe mit der anderen Hand die Finger sanft nach unten – bis eine Dehnung auf der Unterarmaußenseite spürbar ist. Halte 30 Sekunden, dann loslassen. Wiederhole die Übung 3 Mal. Diese Dehnung zielt auf die Strecksehnen des Handgelenks – häufig mitbeteiligt beim klassischen Mausarm.

Übung 3 – Exzentrisches Handgelenk-Senken

Exzentrisches Handgelenk-Senken: Setze dich an einen Tisch und lege den Unterarm flach auf, sodass das Handgelenk frei über die Tischkante hängt, Handfläche zeigt nach oben. Halte ein leichtes Gewicht (0,5–1 kg). Hebe die Hand langsam an – und senke sie dann sehr langsam und kontrolliert wieder nach unten (ca. 3–4 Sekunden für die Absenkbewegung). Führe 3 Sätze à 10–15 Wiederholungen durch – immer schmerzfrei bleiben. Diese exzentrische Belastung stärkt die Sehnenstruktur gezielt und ist eine der wirksamsten Maßnahmen zur Behandlung und Vorbeugung von Sehnenscheidenentzündungen.

Häufige Fragen zur Sehnenscheidenentzündung

Kann ich mit einer Sehnenscheidenentzündung Sport treiben?

Im akuten Stadium sollten belastende Sportarten, die die betroffene Sehne beanspruchen, vollständig pausiert werden. Leichte Bewegung, die keine Schmerzen verursacht – wie lockeres Spazierengehen – ist erlaubt. Erst wenn die akute Entzündung abgeklungen ist, kann unter physiotherapeutischer Begleitung mit einem schrittweisen Belastungsaufbau begonnen werden.

Wie lange sollte ich das Gelenk ruhigstellen?

Eine vollständige Ruhigstellung ist in der Regel nur in der akuten Phase sinnvoll – meist für wenige Tage bis maximal 1–2 Wochen. Danach ist eine kontrollierte, schmerzfreie Bewegung wichtig, damit die Sehne nicht versteift und die Heilung optimal verläuft. Ihr Physiotherapeut begleitet diesen Prozess individuell.

Kann eine Sehnenscheidenentzündung von alleine heilen?

Im frühen, akuten Stadium ja – wenn die auslösende Belastung konsequent gestoppt und das Gelenk geschont wird. Ohne entsprechende Maßnahmen besteht jedoch die Gefahr, dass die Entzündung chronisch wird. Chronische Verläufe heilen deutlich langsamer und erfordern eine intensive Behandlung.

Hilft eine Bandage bei Sehnenscheidenentzündung?

Eine gut sitzende Bandage oder Schiene kann die betroffene Sehne im Alltag entlasten und unbewusste Überstreckungen verhindern. Sie ersetzt jedoch keine physiotherapeutische Behandlung, sondern unterstützt diese. Welche Bandage sinnvoll ist, hängt von der genauen Lokalisation der Entzündung ab.

Ist eine Sehnenscheidenentzündung dasselbe wie ein Tennisarm?

Nein. Ein Tennisarm (Epikondylitis) ist eine Reizung oder Entzündung der Sehnenansätze am Ellenbogen – eine andere Struktur als die Sehnenscheide. Sehnenscheidenentzündungen betreffen die Hülle um die Sehne selbst. Beide Erkrankungen entstehen durch Überlastung und können ähnliche Symptome erzeugen, werden aber unterschiedlich behandelt.

Sehnenscheidenentzündung behandeln in Berlin – Privatpraxis Grunewald

Sie leiden unter einer Sehnenscheidenentzündung im Unterarm, Handgelenk oder Fuß und suchen einen erfahrenen Physiotherapeuten in Berlin? In meiner Privatpraxis in Berlin-Grunewald behandle ich Sehnenscheidenentzündungen individuell und gezielt – ohne lange Wartezeiten, direkt und ohne Rezept.

Als Heilpraktiker für Physiotherapie darf ich Patienten ohne ärztliche Verordnung untersuchen und behandeln. Für einen optimalen Behandlungserfolg erstelle ich einen individuellen Behandlungsplan, der genau auf Ihre Beschwerden, Ihre Belastungssituation und Ihre Ziele abgestimmt ist.

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